Die Tischlerei REGE in Hard am Bodensee war nach Corona von dreizehn auf drei Mitarbeiter geschrumpft. In der Zusammenarbeit haben wir die Suche nach Tischlern und Monteuren aufgesetzt, einen Tag nach dem Start kam die erste Bewerbung. Besetzt sind fünf Stellen: zwei Tischler und CNC-Fräser, zwei Montagetischler und ein Projektleiter. Die Story zeigt, wie wir vorgegangen sind und was eine kleine Tischlerei anders machen muss als ein großer Betrieb.
Von dreizehn auf drei Mitarbeiter, und keine brauchbare Bewerbung
Die ReGe GmbH ist eine Tischlerei in Hard am Bodensee, gegründet 2019. Sie fertigt Innenausbauten, vor allem aber Trennwandsysteme, Brandschutztüren und Brandschutzabschottungen, als Lizenzpartner der Marken DANA und VARIOTEC. Zu den besonderen Projekten zählt der Ausbau der Totalphütte auf über 2.300 Metern, bei dem Material und Personal mit dem Hubschrauber auf den Berg kamen.
Vor Corona arbeiteten dreizehn Menschen im Betrieb, dann sieben, im Sommer nur noch drei. Gesucht hat die Tischlerei auf Plattformen, in Zeitungen und sogar im Ausland. Heraus kamen zwei unbrauchbare Bewerbungen, eigene Social-Media-Programme waren teuer und erfolglos. Gebraucht wurden Tischler für die Werkstatt und Monteure für den Einbau vor Ort, und zwar schnell.
Tischler sind Mangelberuf, und kleine Betriebe haben keinen großen Namen
Bau- und Möbeltischler sowie Bautischler stehen auf der bundesweiten Mangelberufsliste 2026, ebenso Holzmaschinenarbeiter und Zimmerer. Als Mangelberuf gilt laut ÖGB ein Beruf, wenn auf eine offene Stelle weniger als 1,5 Arbeitsuchende kommen.
In Vorarlberg stieg die Zahl der Arbeitslosen im August 2026 um 7,9 Prozent auf 11.408. Mehr Arbeitsuchende bedeuten aber nicht mehr Tischler. Die offenen Lehrstellen sanken im Jahresvergleich um 37,7 Prozent auf 203, während 283 Jugendliche eine Lehrstelle suchten. Ein kleiner Handwerksbetrieb konkurriert zudem mit Industrie und größeren Tischlereien im Rheintal, die bekannter sind.
Was wir für REGE umgesetzt haben
Am 22. Oktober haben wir die Suche gestartet. Gemeinsam mit REGE haben wir entschieden, mit den Projekten des Betriebs zu werben und nicht mit seiner Größe. Eine Tischlerei, die Brandschutztüren als Lizenzpartner fertigt und eine Hütte auf über 2.300 Metern ausbaut, ist für Tischler interessant, die mehr wollen als Serienmöbel. Ausgespielt haben wir die Stellen im Rheintal und rund um den Bodensee, wo die Fachkräfte wohnen.
Werkstatt und Montage haben von uns getrennte Botschaften bekommen. Wer sich gemeldet hat, wurde von unserem Team rasch angerufen. Im Telefonat haben wir geklärt, ob jemand Lehrabschluss und Erfahrung mit Brandschutz oder Trennwänden mitbringt und in einem kleinen Team mit direktem Draht zur Geschäftsführung Verantwortung übernehmen will. Die Arbeit lief für REGE im Hintergrund, alle zwei Wochen haben wir eine Rückmeldung zum Stand gegeben.
- AdVentory hat die Stellen im Umkreis des Betriebs über mehr als 30 Kanäle ausgespielt und Tischler erreicht, die gerade nicht suchten.
- Kurzbewerbung: Handwerker konnten sich in wenigen Klicks bei REGE melden, ohne Anschreiben.
- Telefonische Vorqualifizierung durch unser Team hat Lehrabschluss, Erfahrung im Brandschutz, Wohnort und Verfügbarkeit geklärt, bevor ein Lebenslauf weiterging.
- Laufende Rückmeldung alle zwei Wochen haben wir der Geschäftsführung den Stand der Suche berichtet.
Fünf Stellen besetzt: Tischler, Montagetischler und ein Projektleiter
Am 23. Oktober, einen Tag nach unserem Start, kam die erste Bewerbung. Laut Geschäftsführung lag der Lebenslauf schon am ersten Tag am PC. Dieser Mitarbeiter wurde am 6. November eingestellt, rund zwei Wochen nach Beginn der Suche. Danach folgten vier weitere Einstellungen. Insgesamt hat REGE fünf Stellen besetzt: zwei Tischler und CNC-Fräser, zwei Montagetischler und einen Projektleiter.
Für einen Betrieb, der im Sommer nur noch drei Mitarbeiter hatte, ist das ein Neustart für Werkstatt und Montage. Über Plattformen, Zeitungen und das Ausland waren zuvor zwei unbrauchbare Bewerbungen gekommen. Der Unterschied lag darin, wen wir angesprochen haben und wie schnell wir reagiert haben.
Was andere Betriebe daraus lernen können
Mit Projekten statt Größe werben
Kleine Betriebe gewinnen nicht mit Mitarbeiterzahlen. Zeigen Sie das außergewöhnlichste Projekt, an dem ein neuer Tischler mitarbeiten würde.
Bewerbung ohne Anschreiben zulassen
Viele Handwerker schreiben ungern Anschreiben. Eine kurze Bewerbung vom Handy mit Name, Beruf und Telefonnummer reicht für den ersten Kontakt.
Innerhalb eines Tages reagieren
Gute Tischler haben mehrere Optionen. Wer am selben oder nächsten Tag anruft, führt das Gespräch, bevor ein anderer Betrieb es tut.



