Bautischler oder Möbeltischler? In Kirchbichl stellt sich die Frage nicht. Die Tischlerei Ing. Thomas Huber fertigt seit 1982 beides und richtet dazu Geschäfte und Projekte ein. Wir haben für den Lehrbetrieb die Arbeitgeberkampagne aufgesetzt und geschaltet. Die Story zeigt, wie wir die Breite der Werkstatt zum Argument gemacht haben.
Ein breites Programm braucht breite Könner
Rund 15 Mitarbeiter fertigen bei Huber Holzfenster, Innentüren, Möbel nach Maß und Böden, dazu kommen Ladenbau und Projekteinrichtungen. In einem Team dieser Größe zählt jeder Einzelne, und jede neue Person prägt die Werkstatt mit. Gebraucht werden in einem solchen Betrieb Tischler für Werkstatt und Montage, CNC-Fachkräfte und Tischlereitechniker für die Arbeitsvorbereitung.
Im Tiroler Unterland sitzen zwischen Wörgl und Kufstein viele Holzbetriebe und einige große Industriearbeitgeber. Ein ausgelernter Tischler kann sich seinen Platz aussuchen. Ein Betrieb mit 15 Leuten muss deshalb zeigen, was er anders macht.
Handwerksbetriebe spüren den Mangel besonders
Wie eng der Arbeitsmarkt ist, zeigt der WKO Fachkräfte-Radar. Über 2.100 Betriebe wurden befragt, mehr als drei Viertel spüren den Fachkräftemangel, 56 Prozent stark oder sehr stark. Bei 56 Prozent kostet fehlendes Personal bereits Umsatz.
Dazu passt die bundesweite Mangelberufsliste 2026. Sie führt 64 Berufe, und ein Beruf kommt nur dann auf die Liste, wenn auf eine beim AMS gemeldete offene Stelle weniger als 1,5 Arbeitsuchende kommen. Je kleiner das Team, desto stärker fällt eine einzige unbesetzte Stelle ins Gewicht.
Was wir gemeinsam mit der Tischlerei Huber gemacht haben
Wir haben mit dem Betrieb die Frage gedreht. Statt zu fragen, wen die Tischlerei sucht, haben wir gefragt, warum ein guter Tischler hier arbeiten möchte. Die Antwort liegt im Programm. Wer heute ein Fenster baut, morgen ein Möbel nach Maß und nächste Woche einen Laden einrichtet, arbeitet abwechslungsreicher als in einer Serienfertigung. Das haben wir zum Kern der Kampagne gemacht.
Die Anzeigen hat unser Team erstellt und im Umkreis von Kirchbichl geschaltet. Wir haben sie auf Tischler mit Erfahrung im Fenster-, Möbel- oder Ladenbau ausgerichtet und auch Fachkräfte in fester Stelle angesprochen. Teil des Ablaufs war die telefonische Vorqualifizierung durch unser Team. Dabei geht es um die Frage, ob jemand lieber in der Werkstatt oder auf Montage arbeitet, um Wohnort, Verfügbarkeit und Gehaltsvorstellung.
- Arbeitgeberkampagne: Wir haben die Tischlerei mit ihrem breiten Programm vorgestellt und die Kampagne im Tiroler Unterland geschaltet.
- AdVentory: Über unser System lief die Ausspielung über mehr als 30 Kanäle.
- Kurzbewerbung: Ein Tischler konnte in wenigen Klicks Interesse zeigen. Ein Anschreiben haben wir nicht verlangt.
- AdVentory OS haben wir eingerichtet, damit der Meister Rückmeldungen und nächste Schritte an einem Ort sieht.
Arbeitgeberkampagne umgesetzt: Die Tischlerei Huber zeigt, was sie von anderen unterscheidet
Wir haben Botschaft, Anzeigen und Schaltung für die Tischlerei übernommen. Im Unterland war der Betrieb damit als Arbeitgeber zu sehen, mit einem Argument, das große Industriebetriebe nicht haben: Abwechslung an der Werkbank. Der Meister konnte in der Werkstatt bleiben, während wir uns um Texte, Anzeigen und Kanäle gekümmert haben.
In der Zusammenarbeit ist eine Botschaft entstanden, die der Betrieb auch für die Suche nach Lehrlingen und für spätere Stellen verwenden kann.
Was andere Betriebe daraus lernen können
Abwechslung als Argument einsetzen
Viele Tischler wechseln, weil sie jeden Tag dasselbe Teil fertigen. Wenn Ihre Werkstatt vielseitig arbeitet, zeigen Sie drei unterschiedliche Projekte nebeneinander. Das wirkt stärker als jede Beschreibung.
Werkstatt und Montage unterscheiden
Manche arbeiten lieber an der Maschine, andere beim Kunden. Sagen Sie klar, wie viel von beidem die Stelle enthält.
Den Lehrbetrieb sichtbar machen
Wer ausbildet, zeigt, dass er an die Zukunft des Betriebs glaubt. Erwähnen Sie die Lehre auch dann, wenn Sie gerade Gesellen suchen.



