Das Schotter- und Betonwerk Strobl in Weiz kam mit Plattformen und eigenen Posts nicht an die Leute heran, die es suchte. In der Zusammenarbeit haben wir die Stellen im Umkreis des Betriebs ausgespielt, den Bewerbungsweg auf wenige Klicks gekürzt und die Bewerber telefonisch vorqualifiziert. Acht Stellen sind besetzt. Die Story zeigt, wie wir aus fehlender Reichweite eine Auswahl gemacht haben.
Ein Familienbetrieb in fünfter Generation, dem die Reichweite fehlte
Die Schotter- und Betonwerk Strobl GmbH hat ihren Sitz in Weiz. Laut Austria-Forum betreibt sie ein Beton- und Schotterwerk und stellt Asphalt-Heißmischgut her. Heute tritt Strobl gemeinsam mit der Unternehmensgruppe Eibisberger auf, einer Gruppe mit rund 150 Mitarbeitern und drei Standorten, geführt in fünfter Generation. Das Spektrum reicht vom Gesteinsabbau über Straßenbau und Erdbau bis zu Abbruch und Recycling.
Gesucht wurden Leute aus der Region für Werk, Fuhrpark und Baustelle. Über einzelne Kanäle und Plattformen kam der Betrieb aber nicht weiter. Das Problem war die Reichweite, nicht die Stelle. Wer in der Oststeiermark anpacken kann, ist meist angestellt und schaut nicht auf Jobbörsen. Eigene Posts erreichen vor allem Menschen, die den Betrieb ohnehin schon kennen.
Betonbauer, Tiefbauer und Lkw-Fahrer gehören zu den knappsten Berufen Österreichs
Auf der bundesweiten Mangelberufsliste 2026 stehen unter anderem Betonbauerinnen und Betonbauer, Tiefbauerinnen und Tiefbauer, Pflasterinnen und Pflasterer sowie Technikerinnen und Techniker für Bauwesen. Auch der Transport ist betroffen: Im Arbeitskräfteradar 2025 der Wirtschaftskammer zählen Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer mit 78 Nennungen zu den meistgesuchten Berufen.
Insgesamt berichten 78 Prozent der befragten Betriebe von einem Mangel an geeignetem Personal. Laut OECD dürfte die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in Österreich bis 2060 zudem um 23,7 Prozent schrumpfen. Betriebe außerhalb der großen Städte spüren das besonders. Der regionale Bewerberkreis ist klein, und viele Fachkräfte arbeiten bereits bei einem Bauunternehmen im Nachbarort.
Was wir für Strobl umgesetzt haben
Wir haben an zwei Stellen angesetzt. Unser System hat die Stellen zu Menschen im Umkreis gebracht, die nicht aktiv gesucht haben. Und wir haben den Weg zur Bewerbung so kurz gemacht, dass niemand unterwegs abbrach: wenige Klicks, kein Anschreiben, keine Formularstrecke. Genau das haben die Bewerber später gelobt.
Bei einem Betrieb wie Strobl gibt es ein ganzes Spektrum an Stellen, vom Disponenten über Maschinisten und Kehrmaschinenfahrer bis zum Facharbeiter. Wir haben deshalb jeder Gruppe die Informationen gegeben, die für sie zählen. Ein Fahrer will wissen, wie seine Touren aussehen und ob er am Abend zu Hause ist. Eine Tiefbaufachkraft fragt nach Baustellen und Gerät. In den Telefonaten hat unser Team Führerscheinklassen, Maschinenerfahrung und Wohnort geklärt, bevor die Geschäftsführung Zeit investiert hat.
- AdVentory hat die Stellen im Umkreis des Betriebs über mehr als 30 Kanäle ausgespielt und Fachkräfte erreicht, die gerade nicht gesucht haben.
- Kurzbewerbung wenige Klicks, kein Anschreiben. Für Fahrer und Maschinisten ohne klassischen Lebenslauf war das entscheidend.
- Telefonische Vorqualifizierung durch unser Team hat Eignung, Führerscheinklassen, Wohnort und Verfügbarkeit geklärt.
- AdVentory OS hat Bewerbungen und nächste Schritte für die Geschäftsführung an einem Ort gebündelt.
Acht Stellen besetzt mit vorqualifizierten Kandidaten
Unser Team hat jeden Kandidaten telefonisch vorqualifiziert. Aus der ersten Welle stellte Strobl vier motivierte junge Mitarbeiter aus der Region ein. Insgesamt sind acht Stellen besetzt: ein Disponent, ein Facharbeiter, ein Maschinist, ein Kehrmaschinenfahrer und vier weitere Positionen.
Für einen Betrieb, der vorher an der Reichweite gescheitert ist, ist das eine neue Ausgangslage. Die Geschäftsführung kann auswählen und muss nicht mehr nehmen, wer gerade verfügbar ist. Mitarbeiter aus der Region bedeuten kurze Anfahrten zu Werk und Baustelle und eine gute Chance, dass sie lange bleiben. In der Saison, wenn jeder Fahrer und jede Maschine gebraucht wird, gibt das Spielraum. Die Geschäftsführung fasst unseren Bewerbungsweg so zusammen: „Das sind ein paar Klicks und man ist schon beim Unternehmen.“
Was andere Betriebe daraus lernen können
Die Bewerbung auf wenige Klicks kürzen
Fahrer und Maschinisten schicken selten einen Lebenslauf per Mail. Name, Telefonnummer und zwei, drei Fragen reichen für den ersten Schritt, den Rest klären Sie in einem Anruf.
Schein und Touren im ersten Anruf klären
Führerscheinklassen, Maschinenerfahrung und ob jemand abends zu Hause ist, entscheiden im Bau über Zu- oder Absage. Fragen Sie das sofort, nicht erst im Vorstellungsgespräch.
Im Umkreis der Baustellen suchen
Wer nah am Werk wohnt, ist pünktlicher, flexibler bei Wetterumschwüngen und bleibt eher. Begrenzen Sie die Anzeigen auf eine realistische tägliche Pendelzeit.
Quellen
- Austria-Forum: Schotter- und Betonwerk Strobl GmbH
- Strobl Schotter, Unternehmensgruppe Eibisberger
- WKO Firmen A bis Z: Schotter- und Betonwerk Strobl GmbH
- WKO: Mangelberufsliste 2026
- WKO: Fachkräftemangel 2025, Arbeitskräfteradar (ibw)



