Reifen Ritz ist ein Familienunternehmen mit Zentrale in Eisenstadt und zehn Standorten. Monatelang hatte der Betrieb über AMS, eigene Social-Media-Kanäle und die Homepage gesucht, mit wenig Erfolg. In der Zusammenarbeit haben wir die Stellen in Montage und Verkauf beworben und die Bewerbungen abgewickelt. Nach drei Monaten waren alle zwölf gewünschten Stellen besetzt. Die Story zeigt, wie wir vorgegangen sind.
Monatelang gesucht, kaum passende Bewerbungen
Reifen Ritz ist seit über siebzig Jahren ein Familienunternehmen. Laut Website arbeiten mehr als 120 Menschen an zehn Standorten im Burgenland, in Niederösterreich und in Sopron. Das Angebot reicht von Reifenservice für Pkw, Zweiräder und Nutzfahrzeuge über Werkstatt und Reifendepot bis zu Waschanlagen.
Gebraucht wurden Leute in Verkauf und Montage, gleichzeitig. Gesucht wurde über das AMS, die eigenen Facebook- und Instagram-Kanäle und die Homepage. Es kamen sehr wenige Bewerbungen, und die Qualität passte oft nicht. Eigene Kanäle erreichen vor allem Menschen, die den Betrieb schon kennen. Das AMS vermittelt vor allem Menschen, die gerade ohne Arbeit sind, während die meisten guten Monteure und Verkäufer in fester Anstellung stehen.
Kfz-Techniker sind knapp, der Reifenwechsel wartet nicht
Kraftfahrzeugmechaniker stehen auf der bundesweiten Mangelberufsliste 2026 auf Platz 10. Werkstätten konkurrieren um sie mit Autohäusern, Nutzfahrzeugwerkstätten und Industriebetrieben in derselben Region. Laut WKO Fachkräfte-Radar spüren drei Viertel der Betriebe einen Fachkräftemangel, 56 Prozent stark oder sehr stark.
Für einen Reifenbetrieb kommt der Kalender dazu. Zweimal im Jahr, beim Wechsel auf Sommer- und Winterreifen, sind alle Filialen gleichzeitig ausgelastet. Wer erst mitten im Ansturm neue Leute findet, hat wenig davon, weil keine Zeit zum Einarbeiten bleibt. Mit zehn Standorten entsteht Bedarf zudem an vielen Orten zugleich, und jede Filiale braucht Menschen mit kurzem Arbeitsweg.
Was wir für Reifen Ritz umgesetzt haben
Wir haben nicht auf die eigenen Kanäle des Betriebs gewartet. Unser System hat jede Stelle dort ausgespielt, wo passende Menschen ohnehin unterwegs sind, und zwar rund um die jeweilige Filiale. Wer in Gols wohnt, sollte die Stelle in Gols sehen und nicht jene in Bruck an der Leitha. Angesprochen haben wir Monteure, Verkäufer und Menschen mit Lust auf Kundenkontakt, die ein Familienunternehmen einem Konzern vorziehen.
Die komplette Abwicklung der Bewerbungen lag bei uns. Die Geschäftsführung musste nicht jede Rückfrage selbst beantworten und nicht jeden Lebenslauf selbst sichten. In den Telefonaten hat unser Team ganz praktisch gefragt: Welche Filiale liegt am nächsten, welche Erfahrung gibt es mit Pkw, Zweirädern oder Nutzfahrzeugen, und passt eine Arbeit mit saisonalen Spitzen zum eigenen Leben?
- AdVentory hat jede Stelle im Umkreis der jeweiligen Filiale ausgespielt und auch Fachkräfte erreicht, die nicht aktiv gesucht haben.
- Kurzbewerbung: Monteure und Verkäufer konnten sich in wenigen Klicks melden, ohne Anschreiben.
- Telefonische Vorqualifizierung durch unser Team hat Eignung, nächstgelegene Filiale, Verfügbarkeit und Gehaltsvorstellung geklärt.
- AdVentory OS hat die Bewerbungen aller Standorte und die nächsten Schritte an einem Ort gebündelt.
Zwölf Stellen besetzt: sieben Reifenmonteure, vier Verkäufer und ein Trainee
Innerhalb von drei Monaten kamen qualifiziertere Kandidaten als zuvor in vielen Jahren. Jede Bewerbung kam mit Lebenslauf in unser System. Kein Filialleiter musste sich durch Bewerbungen arbeiten. Wir haben die Bewerber angerufen, am Telefon vorqualifiziert und je Stelle nur eine Handvoll der Besten an Reifen Ritz weitergegeben. Reifen Ritz hat daraus alle gewünschten Stellen besetzt, zusammen zwölf: sieben Reifenmonteure, vier Verkäufer und eine weitere Position, laut Betrieb sogar ein Trainee.
Für einen Betrieb mit rund 120 Beschäftigten ist das ein spürbarer Zuwachs an Kapazität in Werkstatt und Verkauf. Die Filialen gehen stabiler in die nächste Saison. Die Führungskräfte konnten ihre Zeit in Gespräche mit diesen wenigen passenden Menschen stecken, statt Bewerbungen zu sortieren. In einem Filialnetz, in dem nicht jeder Standort eigene Kapazität für Personalsuche hat, war das für uns der wichtigste Teil der Arbeit.
Was andere Betriebe daraus lernen können
Rückwärts vom Saisonstart planen
Beginnen Sie die Suche einige Wochen vor dem Reifenwechsel, nicht mittendrin. Neue Leute brauchen Zeit, bevor sie im Ansturm wirklich helfen.
Pro Filiale im Umkreis suchen
Spielen Sie jede Stelle rund um den jeweiligen Standort aus. Wer fünf Minuten zur Arbeit hat, bleibt eher als jemand, der quer durchs Land pendelt.
Eigene Kanäle nicht überschätzen
Die eigene Facebook-Seite erreicht vor allem Menschen, die Sie schon kennen. Neue Fachkräfte finden Sie dort, wo sie privat unterwegs sind, mit gezielter Ansprache in der Region.



