Der Maschinenring Hartbergerland hatte weder Zeit noch Personal für eine eigene Personalsuche, und Portale brachten kaum Bewerbungen. In der Zusammenarbeit haben wir die Suche übernommen. 29 Positionen wurden besetzt, auch bei schwierigen Profilen wie Elektrikern. Die Story zeigt, wie wir vorgegangen sind und was ländliche Dienstleister daraus übernehmen können.
Portale und Zeitungen brachten in manchen Bereichen gar nichts
Der Maschinenring Hartbergerland sitzt im Gewerbepark Greinbach bei Hartberg und arbeitet für Landwirte, Gemeinden und Betriebe rund um Hartberg, Lafnitz und Pinggau. Das Angebot reicht von Ackerbau, Ernte und Pflanzenschutz über Forst, Biomasse und Winterdienst bis zu Heizungsbetreuung, Photovoltaik und Personalleasing. Der Verein gehört zu Maschinenring Österreich mit mehr als 80 Standorten.
Gesucht hat der Betrieb über Portale und Zeitungen. Das Ergebnis beschreibt die Geschäftsführung so: in manchen Bereichen gar nichts, sonst vereinzelt. Eine eigene Person, die vierzig Stunden pro Woche nur Personal sucht, war nicht drin. Gleichzeitig schwankt die Nachfrage mit den Jahreszeiten, und gute Leute müssen oft kurzfristig verfügbar sein.
Hartberg ist einer von zwei steirischen Bezirken mit sinkender Arbeitslosigkeit
In der Steiermark stieg die Zahl der Arbeitslosen im August 2026 laut AMS um 5,4 Prozent auf 39.389, die offenen Stellen gingen um 2,7 Prozent auf 10.686 zurück. Nur zwei Bezirke verzeichneten weniger Arbeitslose als ein Jahr zuvor, Liezen und Hartberg. Der regionale Pool an freien Arbeitskräften wird im Hartbergerland also eher kleiner als größer.
Dazu kommen die Berufe selbst. Landmaschinenbauer stehen an erster Stelle der bundesweiten Mangelberufsliste 2026, dazu Schlosser, Schweißer, Elektroinstallateure und Kraftfahrzeugmechaniker. Als Mangelberuf gilt laut ÖGB ein Beruf, wenn auf eine offene Stelle weniger als 1,5 Arbeitsuchende kommen. In einer ländlichen Region werben Gewerbe und Industrie um dieselben Leute.
Wir haben die Suche übernommen, intern blieben nur die Gespräche
Wir haben Menschen angesprochen, die gerade nicht aktiv suchten, aber für eine sichere Stelle nahe am Zuhause zuhören. Im Hartbergerland sind das oft Leute mit Traktorschein, einem Hof in der Familie oder Jahren auf Baustellen und in Gärten der Region. In unserer Botschaft haben wir die Abwechslung zum Argument gemacht, von der Ernte im Sommer über Forst und Winterdienst bis zu Photovoltaik und Heizungsbetreuung.
Am Telefon hat unser Team die Fragen gestellt, die im Alltag eines Agrar- und Servicedienstleisters entscheiden: Welche Maschinen hat jemand schon bedient, welche Führerscheinklassen sind vorhanden, wie flexibel ist die Person bei saisonalen Spitzen? Beim Maschinenring blieb laut Geschäftsführung als einziger interner Aufwand das Führen der Bewerbungsgespräche.
- AdVentory hat Fachkräfte im Umkreis von Hartberg über mehr als 30 Kanäle erreicht, auch solche, die nicht aktiv suchten.
- Kurzbewerbung: Wer draußen arbeitet, konnte sich in wenigen Klicks bewerben, ohne Anschreiben.
- Telefonische Vorqualifizierung: Unser Team hat Eignung, Wohnort, Gehaltsvorstellung und Verfügbarkeit vor jedem Gespräch geklärt.
- AdVentory OS hat die Bewerbungen und die nächsten Schritte für den Maschinenring an einem Ort gebündelt.
29 Positionen besetzt, auch bei Elektrikern
Gemeinsam mit dem Maschinenring Hartbergerland haben wir 29 Positionen besetzt: drei Gartenarbeiter, 24 Fachkräfte in verschiedensten Positionen, eine Stelle für Kundenbetreuung und Förderabwicklung und eine weitere Position. Darunter sind Einstellungen in der PV-Montage und im Büro. Laut Geschäftsführung kam ein sehr großer Rücklauf, auch bei schwierigen Profilen wie Elektrikern. Jede Bewerbung kam mit Lebenslauf in unser System.
Die Sichtung hätte im Büro in Hartberg niemand nebenbei bewältigt. Deshalb haben unsere Recruiter jeden Bewerber telefonisch vorqualifiziert und nur die wenigen passenden Kandidaten je Position weitergegeben. Der Maschinenring hat mit Menschen gesprochen, die wir bereits geprüft hatten. Für einen Dienstleister, der mit den Jahreszeiten arbeitet, bedeutet das mehr Spielraum bei der Einsatzplanung. Niemand im Büro musste Anzeigen schalten, Portale pflegen oder Bewerbungen sortieren. Diese Zeit blieb für die Arbeit mit Landwirten, Gemeinden und Betrieben.
Was andere Betriebe daraus lernen können
Menschen mit Hof und Traktorschein gezielt ansprechen
Im ländlichen Raum sitzen viele passende Kräfte nicht auf Jobbörsen, sondern in der Landwirtschaft oder am Bau. Erreichen Sie sie dort, wo sie privat online sind.
Abwechslung als Argument nutzen
Wechselnde Tätigkeiten über das Jahr sind für viele ein Grund zu kommen, kein Nachteil. Beschreiben Sie konkret, was im Sommer und was im Winter ansteht.
Saisonspitzen früh einplanen
Suchen Sie für Ernte und Winterdienst Wochen vorher, nicht erst, wenn der Bedarf da ist. Fragen Sie im ersten Gespräch nach Flexibilität bei Spitzen.



