Lassel arbeitet am Seil, an Fassaden, Dächern und Industrieanlagen im Großraum Wien. Gemeinsam mit uns hat das Unternehmen sechs Stellen besetzt, darunter einen Industriekletterer und einen Büromitarbeiter. Die Story zeigt, warum Industriekletterer kaum auf dem Arbeitsmarkt zu finden sind und wie wir in der Zusammenarbeit stattdessen Quereinsteiger aus dem Handwerk angesprochen haben.
Ein Beruf, nach dem auf keinem Jobportal jemand sucht
Die Lassel GmbH ist seit April 2022 im Firmenbuch eingetragen, mit Sitz in Wullersdorf im Weinviertel und dem Geschäftszweig Höhenarbeiten. Das Team arbeitet mit Seilzugangstechnik im Großraum Wien, von Fassadensanierung und Reinigung über Glasreinigung und Dachrinnen bis zu Montagen in großer Höhe, Taubenabwehr und Baumschnitt. Nach eigenen Angaben hat es sich mehr als 4.500 Mal abgeseilt.
Gesucht wurden Menschen mit handwerklichem Können, Fitness, Schwindelfreiheit und Sicherheitsbewusstsein, die an wechselnden Einsatzorten arbeiten. Kaum jemand kennt den Beruf. Niemand tippt Industriekletterer in eine Suchmaske, und fertig ausgebildete Seilzugangstechniker sind am Markt selten frei.
Die Herkunftsberufe der Industriekletterer sind selbst Mangelberufe
Viele Industriekletterer kommen aus Berufen, die in Österreich knapp sind. Auf der bundesweiten Mangelberufsliste 2026 stehen Dachdecker auf Platz neun, dazu Spengler, Bauspengler, Schlosser und Zimmerer. Wer einen dieser Menschen für die Arbeit am Seil gewinnen will, wirbt ihn einem Betrieb ab, der ihn selbst dringend braucht.
Laut WKO Fachkräfte-Radar 2026 spüren im Gewerbe und Handwerk 62 Prozent der Betriebe den Mangel, österreichweit fehlen rund 155.000 Fachkräfte. Für Höhenarbeit schrumpft der Kreis weiter, weil nicht jeder Handwerker schwindelfrei ist oder an wechselnden Orten arbeiten will. Dazu kommt die Wetterabhängigkeit, die flexible Arbeitstage verlangt.
Was wir für Lassel umgesetzt haben
Wir haben für Lassel eine Kampagne für Höhenarbeiter in Wien aufgesetzt und geschaltet, sie lief bis Anfang Februar 2026. Gesucht haben wir dabei nicht nach fertigen Industriekletterern, sondern nach Menschen, die es werden könnten. Unsere Zielgruppe waren Dachdecker, Spengler, Schlosser und Zimmerer im Großraum Wien und im Weinviertel, dazu Menschen, die in ihrer Freizeit klettern und nie daran gedacht haben, daraus einen Beruf zu machen.
In der Botschaft haben wir gezeigt, was den Job ausmacht: Fassaden in der Innenstadt, Industrieanlagen im Umland, jeden Tag ein anderer Einsatzort und ein Team, in dem sich jeder auf den anderen verlassen muss. Im Telefonat hat unser Team die harten Fragen an den Anfang gestellt: Schwindelfreiheit und Fitness, ehrlich eingeschätzt, der handwerkliche Hintergrund, die Bereitschaft zur Ausbildung in Seilzugangstechnik und die Mobilität. Erst wer diese Punkte bestätigte, kam zum Kennenlernen.
- Kampagne für Höhenarbeiter in Wien haben wir aufgesetzt, geschaltet und bis Anfang Februar 2026 betreut.
- AdVentory hat die Stelle im Großraum Wien und im Weinviertel über mehr als 30 Kanäle ausgespielt und Handwerker erreicht, die nicht aktiv suchten.
- Kurzbewerbung in ein paar Klicks und ohne Anschreiben, für Quereinsteiger ohne klassischen Lebenslauf.
- Telefonische Vorqualifizierung durch unser Team hat Schwindelfreiheit, handwerklichen Hintergrund, Ausbildungsbereitschaft und Mobilität geklärt.
Sechs Stellen besetzt für ein Team, in dem jeder am Seil zählt
In der Zusammenarbeit mit Lassel sind sechs Stellen besetzt worden: ein Industriekletterer, ein Büromitarbeiter und vier weitere Positionen. Jede Bewerbung kam mit Lebenslauf in unser System. Den allergrößten Teil davon hat Lassel nie gesehen, und das war Absicht. Unsere Recruiter haben am Telefon vorqualifiziert und nur die Handvoll Kandidaten weitergegeben, die für die Arbeit am Seil oder im Büro wirklich geeignet waren. Für einen spezialisierten Betrieb, dessen Arbeit von einem eingespielten Team abhängt, ist das eine spürbare Verstärkung. Ein größeres Team kann kurze Wetterfenster besser nutzen.
Die Verantwortlichen haben von uns vorqualifizierte Kandidaten erhalten, bei denen die Grundvoraussetzungen schon im Telefonat geklärt waren. So ging es im Gespräch nur noch um die Frage, wer ins Team passt. In einem Beruf, in dem sich jede Person am Seil auf die anderen verlassen muss, ist diese Vorauswahl Teil der Sicherheit.
Was andere Betriebe daraus lernen können
Nach Herkunftsberufen suchen, nicht nach dem Jobtitel
Für seltene Berufe lohnt es sich, die Nachbarberufe anzusprechen. Dachdecker, Spengler und Kletterer bringen vieles mit, was sich in einer Ausbildung ergänzen lässt. Schreiben Sie in Ihre Anzeige, wenn keine Vorerfahrung nötig ist.
Ausschlusskriterien zuerst klären
Schwindelfreiheit, Fitness und Mobilität gehören an den Anfang des ersten Gesprächs. Wenn Sie das erst später fragen, kostet es beide Seiten Zeit. Ein kurzes, ehrliches Telefonat ist dafür der richtige Ort.
Die Ausbildung zum Angebot machen
Wenn Sie Quereinsteiger wollen, bieten Sie die Zusatzausbildung an und bezahlen Sie sie. Das senkt für Kandidaten das Risiko, einen sicheren Job für einen unbekannten Beruf aufzugeben.



