Hensel Recycling gewinnt in Hallein Edelmetalle aus Altmaterial zurück, ein Arbeitsfeld ohne eigene Lehre und ohne fertige Fachleute am Markt. In der Zusammenarbeit mit Hensel haben wir zwei Positionen beworben und eine Stelle besetzt: Ein Allrounder für die Produktion ist an Bord. Die Story zeigt, wie wir für einen Beruf gesucht haben, den kaum jemand kennt.
Ein internationaler Edelmetallrecycler mit einem Standort im Tennengau
Die Hensel-Gruppe wurde 1998 in Aschaffenburg gegründet und hat mit gebrauchten Autokatalysatoren begonnen. Heute verarbeitet sie laut EU-Recycling auch Lambdasonden, Dieselpartikelfilter, Industriekatalysatoren, Elektronikschrott und Brennstoffzellen. 2023 nannte das Unternehmen mehr als 220 Mitarbeitende, mit Niederlassungen in zehn Ländern. Die Hensel Recycling Austria GmbH sitzt in Hallein und ist seit 2006 im Firmenbuch eingetragen.
Wer hier arbeitet, hat mit wertvollen Rohstoffen, internationalen Abläufen und Sorgfaltspflichten zu tun. Für Edelmetallrecycling gibt es keine Ausbildung. Wer nach dieser Berufsbezeichnung sucht, findet niemanden, und eine klassische Anzeige erreicht Menschen, die den Job gar nicht kennen.
Die Grundberufe, aus denen gute Leute kommen, sind selbst knapp
Im Arbeitskräfteradar 2025 der Wirtschaftskammer geben 78 Prozent der rund 2.500 befragten Unternehmen an, nicht genug geeignetes Personal zu finden. In der Industrie berichtet etwa die Hälfte der Betriebe von einem Mangel, und 57 Prozent der Unternehmen müssen laut WKO Aufträge ablehnen oder reduzieren.
Die Berufe, aus denen Quereinsteiger für Recycling und Materialaufbereitung kommen, stehen auf der Mangelberufsliste 2026: Schlosserinnen und Schlosser, Maschinenschlosser sowie Technikerinnen und Techniker für Maschinenbau. Ein Spezialbetrieb konkurriert damit um Leute, die auch Maschinenbauer, Metallverarbeiter und Logistiker dringend suchen. Im Raum Hallein kommt die Nähe zur Stadt Salzburg dazu, wo viele Industrie- und Logistikbetriebe um dieselben Menschen werben.
Was wir für Hensel Recycling umgesetzt haben
Wir haben für Hensel zwei Kampagnen aufgesetzt und geschaltet. Die erste galt einem Allrounder und Produktionsmitarbeiter und lief bis Februar 2026. Die zweite haben wir für einen Kundenfahrer im Außendienst für Ankauf und Logistik geschaltet, sie lief bis April 2026. In beiden Fällen haben wir nach Fähigkeiten gesucht und nicht nach einer Berufsbezeichnung. Wer als Schlosser, in der Metallverarbeitung oder in Lager und Logistik arbeitet, bringt oft mit, was die Arbeit verlangt: Sorgfalt, technisches Verständnis und Genauigkeit im Umgang mit wertvollem Material.
Unsere Anzeigen haben das Arbeitsfeld zuerst greifbar gemacht. Aus alten Katalysatoren und Elektronikschrott werden Edelmetalle zurückgewonnen, in einer Gruppe mit Niederlassungen in zehn Ländern, direkt vor der Haustür im Tennengau. In den Telefonaten hat unser Team Grundverständnis und Lernbereitschaft geklärt und gefragt, ob jemand mit genauen Abläufen und Dokumentation gut umgehen kann. Wen wir an Hensel weitergegeben haben, der wusste, worauf er sich einlässt.
- AdVentory hat 850.000 Profile im DACH-Raum nach Leuten aus Metall und Logistik durchsucht und beide Stellen im Raum Hallein und Tennengau ausgespielt.
- Kurzbewerbung hat die Bewerbung in wenigen Klicks möglich gemacht, ohne Anschreiben. Quereinsteiger mussten nicht erst erklären, warum sie aus einer anderen Branche kommen.
- Telefonische Vorqualifizierung durch unser Team hat Eignung, Wohnort, Verfügbarkeit und Gehaltsvorstellung geklärt, bevor Hensel Zeit investiert hat.
- AdVentory OS hat Hensel jede Bewerbung und den Stand der Besetzung an einem Ort gezeigt.
Eine Stelle besetzt: der Allrounder für die Produktion
Unser Team hat jeden Kandidaten telefonisch vorqualifiziert. Hensel Recycling hat daraus einen Allrounder und Produktionsmitarbeiter eingestellt. Besetzt wurde damit eine Stelle, für die es am Arbeitsmarkt kein fertiges Berufsbild gibt.
Die Bewerbungen kamen von Menschen aus Nachbarbranchen, die den Beruf vorher nicht kannten und die ein klassisches Inserat kaum erreicht hätte. Am Standort in Hallein sind nur jene gelandet, die wir am Telefon geprüft hatten und deren Lebenslauf vorlag. Die Vorauswahl lag bei uns.
Was andere Betriebe daraus lernen können
Nach Fähigkeiten suchen, nicht nach Berufsbezeichnungen
Wenn es für Ihren Job keine Lehre gibt, überlegen Sie, welche Grundberufe die nötigen Fähigkeiten mitbringen, und sprechen Sie genau diese an.
Den Job in zwei Sätzen erklären
Niemand bewirbt sich für etwas, das er nicht versteht. Beschreiben Sie in der Anzeige, was am Arbeitsplatz konkret passiert und woran man nach einem Arbeitstag sieht, was man geschafft hat.
Die Einarbeitung vorab zeigen
Quereinsteiger fürchten, im neuen Job ahnungslos dazustehen. Wenn Sie in der Anzeige beschreiben, wie die ersten Wochen ablaufen, wer einschult und wann man selbstständig arbeitet, senken Sie diese Hürde deutlich.



