AXILS, die Akademie für Exzellenz in Life Sciences, bildet in Kundl Lehrlinge in fünf Berufen aus, führt Fachausbildungen durch und bietet in der Berufsakademie Trainer- und Meisterkurse an. Wir haben für die Akademie eine Arbeitgeberkampagne aufgesetzt und geschaltet. Die Story zeigt, wie wir in der Zusammenarbeit Praktikern aus der Produktion den Schritt in die Lehre nahegebracht haben.
Ausbilder müssen Fachleute und Pädagogen sein
AXILS wurde 2022 gegründet, ist eine Tochter des WIFI Tirol und arbeitet am Novartis-Campus. Der Schwerpunkt liegt auf Prozess- und Produktionstechnik, die Akademie ist nach ISO 9001 zertifiziert. Sie löst damit den Fachkräftemangel anderer Betriebe.
Dafür braucht sie Ausbilder mit Praxis in Chemie, Labor und Verfahrenstechnik, dazu Leute für Organisation und Kursbetrieb. Wer diese Praxis hat, arbeitet in der Pharmaproduktion im Tiroler Unterland und verdient dort gut.
Gute Trainer sitzen in den Betrieben, für die ausgebildet wird
Das WKO Fachkräfte-Radar hat über 2.100 Betriebe befragt. Über drei Viertel geben an, den Fachkräftemangel zu spüren, bei 56 Prozent ist er stark oder sehr stark. 56 Prozent melden Umsatzeinbußen, weil Leute fehlen.
Dazu passt die bundesweite Mangelberufsliste 2026 mit 64 Berufen. Mangelberuf heißt, dass auf eine beim AMS gemeldete offene Stelle weniger als 1,5 Arbeitsuchende kommen. Für eine Akademie ist das eine besondere Lage. Die Menschen, die sie als Ausbilder braucht, sind bei genau jenen Betrieben beschäftigt, die unter dem Mangel leiden. Den Wechsel in die Lehre muss man ihnen erst vorschlagen.
Den Schritt in die Lehre vorgeschlagen: unsere Umsetzung
Die wenigsten Produktionsfachleute denken von selbst daran, Ausbilder zu werden. Wir haben deshalb gemeinsam mit AXILS eine Kampagne gebaut, die diese Idee erst einmal auf den Tisch legt. Im Mittelpunkt stand, was die Rolle bietet: Wissen weitergeben, mit jungen Menschen arbeiten, am Campus bleiben und trotzdem aus dem Schichtrad herauskommen.
Unser System hat die Anzeigen über mehr als 30 Kanäle im Umkreis von Kundl ausgespielt, an Menschen mit Hintergrund in Chemie-, Labor- und Verfahrenstechnik. Wir haben die Rückmeldung bewusst unverbindlich gehalten. Für das Telefonat hat unser Team die Frage nach der Motivation an die erste Stelle gesetzt, also ob jemand wirklich unterrichten will.
- Arbeitgeberkampagne: Wir haben die Rolle des Ausbilders als Laufbahn dargestellt und die Anzeigen geschaltet.
- AdVentory hat Praktiker aus Chemie, Labor und Verfahrenstechnik im Tiroler Unterland erreicht.
- Kurzbewerbung in wenigen Klicks, als erster Schritt ohne Verpflichtung.
- Telefonische Vorqualifizierung: Geplant war, dass unser Team Motivation, Eignung, Wohnort, Verfügbarkeit und Gehaltsvorstellung bespricht.
- AdVentory OS: Dort hat AXILS Rückmeldungen und nächste Schritte gebündelt gesehen.
Kampagne umgesetzt: AXILS zeigt sich als Arbeitgeber für Praktiker
Mit der Kampagne hat AXILS im Tiroler Unterland eine Zielgruppe erreicht, die den Namen als Ausbildungsstätte kennt, aber nicht als Arbeitgeber. Die Akademie hat eine Botschaft, die erklärt, warum sich der Wechsel von der Anlage in den Lehrsaal lohnen kann.
Geklärt ist auch der Weg danach. Die Motivation steht als erste Frage im Ablauf, damit sich Gespräche bei AXILS auf Fachwissen und Auftreten konzentrieren können. Diese Vorarbeit von uns bleibt für jede weitere Ausbilderstelle nutzbar.
Was andere Betriebe daraus lernen können
Eine neue Rolle erst erklären
Wenn Sie Menschen für einen Berufswechsel gewinnen wollen, beschreiben Sie den Alltag in der neuen Rolle. Wer sich das vorstellen kann, meldet sich.
Motivation vor Qualifikation fragen
Fachwissen lässt sich im Lebenslauf lesen. Ob jemand gern erklärt und Geduld hat, erfahren Sie nur im Gespräch. Stellen Sie diese Frage zuerst.
Den Preis des Wechsels ansprechen
Wer aus der Schicht kommt, verliert Zulagen. Nennen Sie offen, was dem gegenübersteht, etwa geregelte Zeiten und eine Aufgabe mit Sinn.



