API aus Obertrum am See entwickelt Spezialchemie für die Papier- und Zellstoffindustrie. In der Zusammenarbeit haben wir zwei Stellen als Kampagne geschaltet, eine für Mechatroniker im Anlagenbau und eine für Chemielabor, Analytik und Projektentwicklung. Dazu betreuen wir Social Media und haben den Media Day mit Video- und Fotoproduktion vorbereitet. Die Story zeigt, warum wir bei einer unbekannten Nischenfirma zuerst die Arbeit sichtbar machen.
Eine Nische, die kaum jemand kennt, sucht Techniker, die jeder will
API wurde 1994 gegründet, sitzt seit 2003 in Obertrum am See und ist eigentümergeführt. 2019 kam ein Standort in Aachen dazu, 2023 folgte Muttenz in der Schweiz. Das Team verbindet Chemie, Mikrobiologie, Papiererzeugung, Anlagenbau und Abwassertechnik, die Produkte reichen von Leimungsmitteln bis zu Entschäumern.
Die Arbeit spielt sich in Papierfabriken, im Labor und an Dosieranlagen ab. Von außen sieht sie niemand. Wer in Salzburg Technik kann, denkt bei einem Wechsel an bekannte Industriemarken und nicht an Papierchemie. Ein Inserat mit Aufgabenliste ändert daran wenig, denn niemand bewirbt sich bei einem Arbeitgeber, dessen Alltag er sich nicht vorstellen kann.
Service- und Vertriebstechnik zählen zu den knappsten Berufen im Land
Servicetechniker und Vertriebstechniker stehen beide auf der bundesweiten Mangelberufsliste 2026, ebenso Techniker mit höherer Ausbildung im Maschinenbau. In der Industrie spüren laut WKO Fachkräfte-Radar 2026 58 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel. Über alle Branchen wird der Bedarf auf rund 155.000 Fachkräfte geschätzt.
Salzburg ist dabei ein kleiner Markt. Im August 2026 waren dort laut AMS 11.708 Menschen arbeitslos vorgemerkt, über alle Berufe hinweg. Auch der Nachwuchs ist begrenzt, laut WKO waren Ende 2025 in Salzburg 7.545 Lehrlinge in Ausbildung. Eine Nischenfirma muss also Menschen überzeugen, die gut beschäftigt sind und noch nie von ihr gehört haben.
Erst haben wir die Arbeit sichtbar gemacht, dann gezielt gesucht
Wir haben für API zwei Kampagnen aufgesetzt und geschaltet. Die Stelle für Mechatroniker im Anlagenbau lief bis 18. Mai 2026, jene für Chemielabor, Analytik und Projektentwicklung bis 22. Juni 2026. Unser System hat dafür nach Technikern mit Anlagen- und Laborerfahrung gesucht und die Stellen im Umkreis ausgespielt.
Parallel haben wir gemeinsam mit API den Auftritt als Arbeitgeber aufgebaut. Mitarbeitende aus Servicetechnik, Mechatronik und Anlagenbau, Labor, technischem Vertrieb und Administration erzählen selbst, was sie tun. Für jede Rolle haben wir einen eigenen Interviewleitfaden geschrieben, dazu Checklisten und einen Zeitplan. Der Drehtag an drei Orten war für Ende September angesetzt, ein weiterer Dreh in Aachen für den Herbst.
In der Social Media Betreuung planen wir zwei Beiträge und zwei Stories pro Woche auf Facebook und Instagram, deutsch untertitelt. LinkedIn dient als Präsenzkanal mit kurzen Beiträgen über Papierchemie. Jeder Beitrag geht vorher zur Freigabe an die Geschäftsführung.
- Recruiting-Kampagnen: Wir haben die Stellen für Mechatroniker im Anlagenbau und für Chemielabor, Analytik und Projektentwicklung beworben.
- AdVentory hat in 850.000 Profilen nach Technikern mit Anlagen- und Laborerfahrung gesucht und die Stellen über mehr als 30 Kanäle gebracht.
- Media Day: Wir haben Leitfäden je Rolle, Checklisten und Zeitplan für die Video- und Fotoproduktion erstellt.
- Social Media Betreuung: Unser Team bespielt Facebook, Instagram und LinkedIn in einem festen Redaktionsrhythmus.
- Telefonische Vorqualifizierung prüft Eignung, Reisebereitschaft zu Kunden, Wohnort und Gehaltsvorstellung, bevor die Geschäftsführung Zeit investiert.
Zwei Stellen beworben, ein Arbeitgeberauftritt mit festem Rhythmus
Für API haben wir zwei Positionen als Kampagne umgesetzt und ein komplettes Produktionspaket geliefert: Leitfaden, Checklisten, Zeitplan und Redaktionsplan. Damit hat ein Unternehmen, dessen Arbeit bisher niemand von außen gesehen hat, erstmals einen Auftritt, der Labor, Dosieranlage und Kundeneinsatz zeigt.
Unser Weg mit API hat zwei Phasen. Der Content baut Bekanntheit in der Region auf, die konkreten Stellen laufen über AdVentory im Umkreis. Wer einige Wochen lang sieht, wie Arbeit bei API aussieht, liest die Stellenanzeige danach anders. Die Geschäftsführung spricht dann mit Menschen, die den Alltag in der Papierchemie bereits aus den Beiträgen kennen.
Was andere Betriebe daraus lernen können
Den Arbeitsalltag zeigen statt Aufgaben aufzuzählen
Ein kurzes Video aus dem Labor oder von einer Dosieranlage erklärt eine unbekannte Rolle besser als jede Stellenbeschreibung. Wer sich den Tag vorstellen kann, bewirbt sich eher.
Mit echten Mitarbeitern statt Stockfotos werben
Fachleute erkennen sofort, ob ein Bild aus dem eigenen Betrieb stammt. Eigene Leute vor der Kamera machen eine Nischenfirma greifbar und glaubwürdig.
Einen festen Rhythmus halten
Sichtbarkeit entsteht durch Wiederholung und nicht durch einen einzelnen Post. Ein planbarer Takt, zum Beispiel zwei Beiträge pro Woche, wirkt stärker als gelegentliche Einzelaktionen.



