Actemium automatisiert Industrieanlagen und hat drei bis vier Jahre lang kaum Bewerbungen bekommen, obwohl alle großen Jobportale und das AMS im Einsatz waren. In der Zusammenarbeit haben wir die technischen Stellen beworben, Kandidaten telefonisch vorqualifiziert und zusätzlich die Social-Media-Kanäle betreut. Zwölf Stellen sind besetzt. Die Story zeigt, was wir dafür umgesetzt haben.
Drei bis vier Jahre lang kam über Jobportale fast nichts zurück
Actemium ist die Industriemarke von VINCI Energies. In Österreich gehört dazu die ACTEMIUM Cegelec Austria GmbH mit Sitz in Wien, deren Wurzeln bis 1899 zurückreichen. VINCI Energies beschäftigt hierzulande rund 700 Menschen an 23 Standorten. Actemium plant, automatisiert und betreut Anlagen für Energieversorger, Stahl, Pharma, Lebensmittelindustrie und Verkehr.
Die Personalabteilung hatte Stellen auf Karriere.at, StepStone und Monster geschaltet und beim AMS gemeldet. Der Rücklauf lag drei bis vier Jahre lang praktisch bei null. Mehr als zwei Positionen gleichzeitig zu suchen, war unter diesen Bedingungen nicht machbar. Jede offene Stelle blieb eine Last für die Teams in laufenden Projekten.
Wer Steuerungen programmieren kann, bekommt Angebote, ohne zu suchen
Die Fachkräfteverordnung 2026 führt fast das gesamte Kerngeschäft von Actemium als bundesweite Mangelberufe: Techniker für Starkstromtechnik auf allen Ausbildungsstufen, Elektroinstallateure und Elektromonteure, Elektromechaniker, Techniker für Schwachstrom und Nachrichtentechnik sowie Projekt-, Service- und Vertriebstechniker. Mangelberuf heißt, dass auf eine beim AMS gemeldete offene Stelle weniger als 1,5 Arbeitsuchende kommen.
Laut WKO Fachkräfte-Radar 2026 sind 78 Prozent der Unternehmen in Österreich vom Fachkräftemangel betroffen, in der Herstellung von Waren 58 Prozent. Österreichweit fehlen rund 155.000 Fachkräfte. Die Menschen mit passendem Profil arbeiten bereits, meist seit Jahren bei einem Industriebetrieb oder Anlagenbauer, und öffnen kein Jobportal.
Was wir für Actemium umgesetzt haben
Wir haben die Logik umgedreht. Statt auf Bewerbungen zu warten, hat unser System Elektrotechniker, Automatisierer und Projekttechniker dort angesprochen, wo sie ohnehin unterwegs sind: über mehr als 30 Kanäle, für Projekt- und Vertriebstechnik zusätzlich direkt aus der AdVentory Datenbank, jeweils im Pendelradius der Standorte. Parallel haben wir gezielt nach Profilen mit Starkstrom-, Schwachstrom- oder Steuerungshintergrund gesucht.
Die Botschaft haben wir auf einen Punkt gebaut, an dem viele Instandhalter ins Grübeln kommen: immer dieselbe Anlage. Bei Actemium wechseln die Projekte zwischen Energie, Pharma, Metallurgie und Verkehr. In den Telefonaten hat unser Team gefragt, welche Steuerungswelten jemand kennt, wie viel Reisetätigkeit zu Kundenwerken passt und ob das Herz eher bei Inbetriebnahme oder Planung liegt. Über das Recruiting hinaus haben wir die Social-Media-Kanäle betreut und einen Media Day mit Videodreh umgesetzt, damit Bewerber den Arbeitgeber sehen, bevor sie sich melden.
- AdVentory hat 850.000 Profile im DACH-Raum nach Starkstrom-, Schwachstrom- und Steuerungshintergrund durchsucht und die Stellen über mehr als 30 Kanäle ausgespielt.
- Kurzbewerbung: Techniker konnten sich abends vom Handy aus in wenigen Klicks melden, ohne Anschreiben.
- Telefonische Vorqualifizierung durch unser Team hat Eignung, Wohnort, Verfügbarkeit und Gehaltsvorstellung geklärt, bevor ein Lebenslauf beim HR landete.
- AdVentory OS hat der Personalabteilung alle offenen Stellen, jede Bewerbung und den Stand jeder Besetzung an einem Ort gezeigt.
- Social Media Betreuung und Media Day: Wir haben die Kanäle laufend bespielt und an einem Videodrehtag Material für den Arbeitgeberauftritt produziert.
Zwölf Stellen besetzt, vom Konstrukteur bis zur HR-Managerin
Schon bei der ersten Stelle kam große Resonanz und eine breite Auswahl an Kandidaten. Insgesamt hat Actemium in der Zusammenarbeit mit uns zwölf Stellen besetzt: einen Konstrukteur für Niederspannungsanlagen, zwei Projektleiter, einen Bauleiter und Lead Engineer, zwei Automatisierungstechniker, zwei Monteure für Elektrotechnik, eine Business Unit Assistenz, eine HR-Managerin und zwei weitere Positionen.
Früher waren höchstens zwei Positionen gleichzeitig realistisch, heute sucht Actemium deutlich breiter. Weil mehr passende Kandidaten im Gespräch sind, lassen sich Bewerber auch quer besetzen, also für eine andere offene Stelle einplanen, wenn sie dort besser passen. Aus einer Suche, die jahrelang stillstand, ist ein Ablauf geworden, den wir bei jeder neuen Stelle wiederholen.
Was andere Betriebe daraus lernen können
Nicht nur Jobportale bespielen
Gute Starkstromtechniker und Automatisierer haben einen Job und öffnen keine Stellenbörse. Zeigen Sie die Stelle dort, wo diese Menschen privat unterwegs sind, und spielen Sie sie im Umkreis Ihres Standorts aus.
Mit der Arbeit werben, nicht mit dem Konzern
Techniker wechseln wegen Abwechslung, Technik und Projekten. Nennen Sie konkret, an welchen Anlagen, in welchen Branchen und mit welchen Steuerungen jemand arbeiten wird.
Kandidaten quer denken
Ein guter Bewerber, der für die ausgeschriebene Stelle nicht ganz passt, kann für eine andere offene Position genau richtig sein. Führen Sie eine gemeinsame Übersicht, in der jede Bewerbung für alle offenen Stellen sichtbar ist.



